Fremde Federn: Claudia Wycisk

Meine Serie „Fremde Federn“ stellt euch die besten Bildbände aus meinem Bücherregal vor. Diesmal: Claudia Wycisk – The Black Series.

Die Fotografin:

Claudia Wycisk wurde 1985 in Suhl geboren und lebt heute in Bodenheim. Zur Fotografie kam sie eher durch Zufall. Während eines gemütlichen Kaffeeklatschs im Jahr 2007 wurde sie von Ihrer Oma ermutigt, eine Kamera zu kaufen und sich damit auszuprobieren. Zunächst an Tieren, Architektur und Natur und seit 2009 auch an Menschen – Ihre große Leidenschaft. Dazu sagt Sie selbst:

„Menschen in Szene zu setzen, verschiedene Dinge dabei auf fantastische Weise zum Ausdruck zu bringen, lässt mich inzwischen einfach nicht mehr los.“

Ihre Bilder kommen ohne großen Schnickschnack aus. Kein übertriebener Aufwand, keine Farben. Ihre Fotografien erwachen durch Ihren Minimalismus zum Leben. Was sie abbilden, sind nicht bedeutungsschwangere Posen, sind nicht Schlagworte, die dem Betrachter irgendeinen tieferen Sinn eintrichtern sollen, nein, es sind Gefühle.

Website: www.cwphoto.de
Facebook: Claudia Wycisk
500px: Claudia Wycisk
fotocommunity: Claudia Wycisk
The Black Series: www.the-black-series.de
Interview auf kwerfeldein

Die Motive:

Im Bildband „The Black Series“ schickt Claudia Wycisk Ihre Modelle auf eine Reise längst vergangener Zeit. Mit sehr viel Kostümaufwand werden Menschen im Stil des 19. Jahrhunderts portraitiert. Die Fotografierten sind Freunde, Bekannte, nahe Familienmitglieder und auch sie selbst und doch zeigt sie scheinbar ganz andere Menschen. Kleider machen Leute, sagt man. Und Claudia Wycisk beweist es, indem sie ihren Models einen nostalgischen Look verpasst und gespannt beobachtet, was entsteht. 101 Menschen und 3 Hunde.

Jedes Bild dieser Serie ist ein Sammelsurium aus möglichen Existenzen. Eine Entdeckungsreise durch ein Märchenbuch, dessen Geschichten nach der letzten Seite noch lange nicht zu Ende erzählt sind.

Sie verzichtet auf jegliche Effekthascherei. Die Perspektive wechselt nicht, der Hintergrund bleibt gleich und als Lichtquelle dient immer wieder nur ein einziger Blitz. Farben brauchen diese Portraits nicht, denn strahlende Farben sprühen aus den liebevoll und konsequent herausgearbeiteten Augen der gezeigten Menschen.

Sie selbst sagt über Ihre Serie:

„Besonders wichtig bei „The Black Series“ ist die Reduzierung auf das Wesentliche: Das Gesicht. Im Mittelpunkt steht ausschließlich der „strenge“ Ausdruck der abgebildeten Personen. Für mich macht gerade das die Serie zu einem Kunstprojekt, da allein der Ausdruck der Modelle eine individuelle Geschichte erzählt.“

Mein Fazit:

Claudia Wycisk hat hier wirklich einzigartige Portraits geschaffen. Ihre minimalistische Herangehensweise gepaart mit den detailgetreuen, historischen Kostümen lässt etwas Großes entstehen. Ein Bildband den ich immer wieder gern aus dem Regal nehme und mir ansehe.

Beeindruckend ist, wie alle Bilder gleich sind und gleichzeitig so unterschiedlich. Jeder interpretiert die Bilder anders. Jeder sieht eine andere Geschichte. So viel Leben in ein Bild zu bringen und durch wenige Mittel so viel Stimmung zu erzeugen, ist große Kunst.

Abschließend noch das Zitat einer Portraitierten:

„Bei diesem Fotoshooting habe ich Stolz empfunden und ganz viele Erinnerungen an eine für mich abgeschlossene Zeit. Aber auch sehr viele familiäre Gedanken kamen auf, die mich noch mal bewegt haben.“

Was doch so ein einfaches Set-up mit schwarzem Hintergrund, Blitz und historischen Kleidern bewirken kann. Einzigartig.

Bisher erschienen bei „Fremde Federn“:


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